WINTER (MITTE/ENDE NOVEMBER BIS ANFANG/MITTE FEBRUAR)
Beginn bei Aufblühen des Winterschneeballs (rosablühendeFormViburnumXbod.“Dawn“)
auch Verfärbung von Chinaschilf nach stärkerem Frost ,welches dann strohfarbig wird.
Ende bei Erscheinen der Weidenkätzchen (Bruchweiden) und Anfang der Krokusblüte.
BEMERKUNG:
Dass dieser Winter so ganz anders verläuft ,als wir alle dachten und erwarteten ist allen
klar. Schwieriger ist es da schon, angemessen zu reagieren.
Ich habe daher einmal meine Gedanken als Gärtner aufgeschrieben:

Frostschutz:

                              

 

 

Alle üblicherweise bei uns frostempfindlichen Pflanzen sind heuer doppelt gefährdet ,falls es zu einem massiven Kaltlufteinbruch kommt.
Der Grund ist, dass die bisher sehr milde Witterung keine Signale für die Entwässerung des Pflanzengewebes geben konnte.
Beispiel:
Die Rosen stehen noch im Laub da, soweit es sich gerade um Empfindliche handelt.Mit subtropischenMerkmalen wie fehlende Herbst-
färbung oder Laubabwerfen nach starkem Frost
Folgerung:
Die Frostschutzmassnahmen dürfen nicht frühzeitig entfernt werden.Oft fehlt die sonst reichlich vorhandene Schneedecke. Wintergrüne und empfindliche Stauden und
Gehölze sind ohne den gewohnten Schutz.
Folgerung:
Prüfen Sie doch einmal, ob folgende Pflanzen bei Ihnen stehen und ohne Schutz sind.
(Nur die häufigsten Arten sind erwähnt)
STAUDEN
Anemone japonica/hupehensis,Arum maculatum
Aster amellus, Bergenia crassifolia,
Ceratostigma plumbag. , Chrysogonum virg. ,
Cyclamen spec. ,Dicentra spec. ,Eriophyllum,
Euphorbia amygdaloides/characias/griffithii/
polychroma ,Gypsophila spec. ,Heuchera spec.
Hypericum polyphyllum +Gehölzarten ,
Kniphofia spec. ,LavandulaXintermedia Sorten/
angustifolia “Dwarf Blue”+”Alba”,Lavatera olbia
=Buschmalve , Linum flavum/perenne , Mentha
crispa=Marocco-Minze ,Paeonia suffruticosa=
Strauchpfingstrose , Penstemon spec. ,
Polygonum affine , Primula rosea=Sumpfprimel,
Pulsatilla vulgaris=Küchenschelle ,Salvia nemo-
rosa( wenn Blattrosette hoch steht) ,Thymus
citriodorus/vulgaris Sorten, Tiarella (wenn Blatt-
horst hoch steht) ,Verbena bonariensis/hastata,
Vinca major v.a.buntlaubige Sorten .
 GEHÖLZE-LAUB
Acer negundo gelb-und rosabunte Sorten/
palmat.“SangoKaku“/shirosawanum”Aureum”,
Berberis buxifolia “nana”/gagnepainii,Buddleja
davidii/alternifolia ,Buxus semp.buntlaubige
Sorten/zugig,bodenkalt stehende grüne Sorten,
Carangana arb.”Walkeri”,Catalpa bign.
“Nana”,Ceanothus,Clematis texensis/rhederiana
Cytisus scoparius Sorten,
Deutzia kalmiifllora/rosea ,Gleditsia t.”Sunburst”
Hedera helix alle buntlaubigen Sorten,
Hydrangea macrophylla=Prachthortensien,
Kerria japonica ,Ligustrum ovalifolium, Mahonia
aquifolium /media Sorten , Prunus laurocerasus
/subhirtella„Accolade“, Pyracantha Sorten,
Robinia pseud.”Frisia”, Rosen,manche Rambler/
Teerosen, Skimmia ,Spirea thunbergii , Syringa
microphylla ,Tamarix ;
GEHÖLZE- KONIFEREN
Cedrus deodara ,Pinus strobus , Sciadopytis
verticillata.,
BAMBUS
Fargesia murilae”Simba”,
Phyllostachys aurea/nigra/viridis,
Pseudosasa japonica,Sasa spec.,

 

 FROSTGEFAHREN:

 

Zwar hatten wir bisher maximal –15C° ,aber eben nicht lange genug um die Gewebeentwässerung einzuleiten.Die Schneedecke fehlt meist.
Bisher kam häufig ein Kälteeinbruch im Februar. In wenigenStunden fällt dabei das Thermometer auf z.b. – 18/20 C°. Das noch stark wasserhaltige
Gewebe kann dabei von den sehr schnell darin wachsenden Eiskristallen verletzt werden. Das gilt auch für die „Stöcke“ mancher Stauden,
vor allem wenn sie über die Beetoberfläche hinausgewachsen sind. Eine weitere Gefährdung bringen die sonnigen, oft föhnwindigen Tage nach den kalten Nächten:
Bei gefrorenem Boden können die Gehölze und immergrünen Stauden das verdunstende Wasser nicht nachführen, es kommt zu Frosttrocknis.

 FROSTSCHUTZMASSNAHMEN:

 

Gehölze,die sich aus dem Stock wieder regenerieren und überstehende Stauden kann man durch Anhäufeln mit Mulchmaterial schützen.
Beisp.:
Rosen ,Bambus ,Buddleija ,Kerria. Anemone,Bergenia, Dicentra,Gypsophila,Heuchera, Mentha,Tiarella,Salvia,Pulsatilla Gehölze (auch Halbsträucher wieThymus/Lavendel)
und Stauden deren Triebe frostempfindlich sind,und/oder die wintergrünes Laub haben ,kann man durch eine Abdeckung mit Daas(Daxen)=Koniferenreisig
besser noch mit Schilfmatten oder ähnlichem schützen. Dies gilt besonders für erst im selben Jahr eingesetzte Pflanzen Die Abdeckungen müssen windfest angebracht werden.
Beisp.: Acer, Buxus, Cytisus usw.Cedrus, Pinus usw. Eriophyllum ,Euphorbia, Hypericum,Kniphofia,Lavatera,Linum usw.
Grössere Gehölze brauchen als Ausgleich für die Verdunstung einfach auch Wasser ,das Sie mit Giesskannen auf den aufgetauten Boden bringen.
Mengen von 20 bis 50 Litern genügen.Man muss dann die Pflanzen beobachten ,um zu entscheiden,wann erneute Gaben nötig sind.
Einmal Wässern pro Woche genügt in der Regel. Bitte nicht bei Trockenheit liebenden oder nässeempfindlichen Pflanzen anwenden.
Beisp.:
Clematis,Ceanothus,Buddleija,Tamarix Lavendel,Thymus usw. Euphorbia, Iris barbata,Penstemon, Salvia usw.

 SCHNEEBRUCH VERMEIDEN

 

Ein nasser, starker Schneefall bei Wind reicht aus um Acer palmatum/negundo,Crataegus lavallei, Euonymus, Rhododendron, Robinia, Viburnum
Cedrus oder Larix und andere zu ruinieren. Der kann auch noch kommen.Ich habe den Japanern eine einfache Methode abgeschaut :
Pfosten oder Stäbe-Kein Stahl-werden wie ein Tipigerüst in und um den Wurzelbereich gesteckt.
Die Anzahl-mindestens 3 Stück- richtet sich nach der Dichte des Astwerkes. Dieses Gerüst wird am Kreuzungspunkt mit
Strick oder Draht verbunden. Die Äste und Zweige werden daran mit Naturbastoder Kokosgarn befestigt.

 SCHNITT:

 

Geduld ist wichtig. Zwar denkt man schon an das Frühjahr, aber das Wetter ist unberechenbar. Gerade Pflanzen mit weichem Mark im Holz
sind bei Frost nach Schnitt gefährdet. Die Schnittstelle kann dann stark zurücktrocknen,es entstehen tote Gewebeteile, Knospen auf die
angeschnitten wurde,können absterben. Beisp.: Rosen, Holunder,Brombeeren, Walnuss, Philadelphus usw. Wundschutzmittel haben jetzt ,wie im trockenen
Frühjahr durchaus Sinn.
Sie verhindern das Austrocknen der Triebe hinter den Schnittstellen. Das Wundgewebe wird dann nicht ausgebildet, die lebende Rinde wird
eventuell absterben und die Pflanze kann das einmal vertrocknete Holz nicht mehr von innen schützen mit Gerbstoffen und Ölen.

 

BEWÄSSERUNG:

 

Viele Prognosen malen uns einen extremen Sommer aus- natürlich weiss niemand, was nun wirklich kommt ,ein paar Gedanken ist aber die
bisherige Entwicklung schon wert. Planen kann man ja schon einmal. Die Trockenphasen im Frühsommer und Sommer werden langsam zur Regel, auch wenn keiner
sagen kann, ob sie nun im Mai, Juni oder Juli auftreten. Für uns im Allgäu ist das ungewohnt, noch mehr für unsere Pflanzen, die sich zum Teil nur sehr
schwer anpassen können. Das gilt natürlich für feuchtigkeitsliebende Pflanzen und frisch gesetzte Pflanzen,aber auch für Pflanzen,die mit
Wurzelkonkurrenz zu kämpfen haben, vor allem im alten Baumbestand.

WASSER SAMMELN:

 

Mit Rücksicht auf den Trinkwasserbedarf bietet es sich an ,das zeitweise reichlich kommende Regenwasser zu sammeln. Zisternen gibt es in Beton und Kunststoff in den
unterschiedlichsten Preisklassen im Baustoffhandel (Ein grosser bayrischer Baustoffhandel hat beides im Programm).
Fässer und Grosscontainer lassen sich kaufen, beschaffen und mit etwas Phantasie auch verkleiden oder beranken. Sie sollten kühl stehen.
Filter und Regenrinnenzapfstellen mit Überlaufrohren sind aus hygenischen und praktischen Gründen wichtig. Im Winter müssen die Zuleitungen ohne
viel Aufwand abstellbar sein.

Entwässerungsöffnungen bei empfindlichen Gefässen nicht vergessen - das gilt auch für Steintröge.
Kleine elektrische Pumpen ersparen das Kannenschleppen.500 bis 600 Liter pro Stunde sind genug,wenn Sie nicht ein Bewässerungssystem
damit betreiben wollen.
Sicherheitsabdeckungen verhindern Unfälle!

WASSER AUSBRINGEN:
 

 Wie?

Am besten ist es bekanntermassen, das Wasser nicht über das Laub,sondern über die Wurzeln zu vergiessen.
1 Die Pflanzen können sonst welken,wenn sie schon sehr schlappen.
2 Brennglaseffekte können Verbrühungen an den Blättern erzeugen.
3 Grosse Tropfen ,die mit grosser Wucht zu Boden fallen ,verschlämmen den Lehmboden schnell – Verkrustung und Luftabschluss sind die Folgen.
4 Bei Hitze verdunstet das Wasser ,bevor es auf die Wurzeln gelangt.

 

 

 Womit?

 Für diese Giessmethode eignen sich vor allem Brauseköpfe an Verlängerungsstäben und von den festverlegten Beregnungssystemen die
Tropf-und Porenschläuche bzw.mit mehr Aufwand natürlich auch Tröpfchenbewässerungsanlagen.
Alle Systeme lassen sich vor dem Austrieb sinnvoller einbauen.

 

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 Wann?

 Mehltau wächst stets Nachts bei Wärme und erhöhter Feuchtigkeit, daher lieber morgens oder bis zum frühen Nachmittag giessen.
Da diese Zeiten mit unserem Arbeitsrhythmus selten zu vereinbaren sind, kann es sinnvoll sein,ein Bewässerungssystem einzubauen.
Es lohnt sich ein vielseitiges und durchdachtes System anzuschaffen – Planung und Einbau sind allein schon nicht ganz einfach.
Manche Hersteller bieten daher telefonische Beratung an.
Siehe Weitere Informationsquellen.

 

 

 Wieviel?

Die Faustzahlen im Landschaftsbau schlagen für Stauden je 2 - 4Liter und für Gehölze je 20 - 50 Liter per Wässergang vor. Diese Mengen muss man selber austesten.

FEUCHTIGKEIT HALTEN:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DÜNGUNG:

 

 Humusstoffe speichern nicht nur viel Wasser, sie geben es auch wieder her. Unsere Lehmböden speichern auch viel, halten es aber zum Teil
gebunden.
Komposte werden nach Bedarf bis zu 5 cm hoch auf die etwas gelockerten (Kreilen genügt) Pflanzflächen ausgebracht .Die Würmer ziehen das Material dann in den Boden. Schneller geht es mit Einarbeiten ,das ist
jedoch oft nicht möglich. Mulchschichten vermindern die Verdunstung.
Manche Materialien kann das Bodenleben auch recht schnell in Humusstoffe umwandeln. Vorsicht mit grobem ,unzersetztem Rindenmulch,
er ist schwer zersetzbar und beeinträchtigt durch seine Gerbstoffe das Bodenleben darunter. Grasschnitt muss vor dem Auftragen angetrocknet sein( Heu) ,sonst gibt es eine luftdichte Schmiere.
Eine dichte Bepflanzung vermindert ebenso die Verdunstung.

 

Manche Dünger bringt man besser im Winter aus. Bittersalz, ein wichtiger Magnesiumdünger für Koniferen kann jetzt einfach auf den Schnee im
Wurzelbereich ausgebracht werden.Das erspart bei gleichmässigem Streuen das Verdünnen mit Wasser.Vorsicht, Magnesium ist in über-
mässiger Dosierung giftig für Pflanzen. Rosengewächse haben 2006 Höchstleistungen im Blüten und Fruchtansatz vollbracht ,ich rate daher
zu einer Düngung auch der Obstbäume ,vor allem natürlich der Rosen versteht sich. Geeignete Dünger sind in der Reihenfolge der Eignung: Kuhmist, Rossmist, Kompost,Organische Dünger(Hornspäne ,Gemische),Mineraldünger.